Glossar

A

Abfertigung

Eine Abfertigung ist eine Einmalzahlung, die gebührt, wenn eine unbefristete Witwen /Witwerpension bzw. Pension für hinterbliebene eingetragene Partner/innen auf Grund der Wiederverehelichung bzw. Begründung einer neuen eingetragenen Partnerschaft wegfällt.

Abfindung

Eine Abfindung ist eine Einmalzahlung, die gebührt, wenn nach dem Tod einer versicherten Person kein Anspruch auf Hinterbliebenenpension(en) besteht.

Abkommen

Das sind Verträge zur Wahrung versicherungsrechtlicher Ansprüche.

Abschläge

Bei Inanspruchnahme einer Pension vor dem Regelpensionsalter wird die Pensionshöhe vermindert.

Grundsätzlich beträgt der Abschlag für je 12 Monate der früheren Inanspruchnahme 4,2 Prozent der Leistung, maximal jedoch 15%.

Bei Inanspruchnahme einer Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension beträgt der Abschlag 13,8%.

Altenquotient

Verhältnis der Zahl der Bevölkerung ab 65 Jahren zu den 15-64 Jährigen.

Dieser Indikator ist das Verhältnis der Zahl älterer Personen, die im Allgemeinen ökonomisch inaktiv sind (im Alter von über 65 Jahren) und der Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (von 15 bis 64 Jahren). Der Wert wird in pro 100 Personen (im erwerbsfähigen Alter) dargestellt. (Def. nach Eurostat)

Altersabhängigkeitsquote

Das Verhältnis zwischen der Anzahl von Pensionisten und der Anzahl der für sie aufkommenden Erwerbstätigen.

Alterspension

Jene Pension, die nach Vollendung des Regelpensionsalters gebührt, wenn die Anspruchsvoraussetzung (Wartezeit - Mindestversicherungszeit) erfüllt ist.

Alterssicherungskommission

Die Aufgabe der Kommission zur langfristigen Finanzierung der Alterssicherungssysteme, kurz „Alterssicherungskommission“ ist es, den Bereich der gesetzlichen Pensionsversicherung als auch den Bereich der Pensionen des öffentlichen Dienstes jeweils getrennt zu analysieren.

Die gesetzlich festgelegten Aufgaben und Berichtspflichten können im RIS abgerufen werden.

Die Konstituierung der Alterssicherungskommission fand im November 2019 statt. Vorsitzender der Alterssicherungskommission ist Bundesminister a.D. Dr. Walter Pöltner.

Altersteilzeit

Verminderung der Normalarbeitszeit in den letzten Jahren vor dem Pensionsantritt, die zwischen Versicherten und deren Arbeitgeber vereinbart wird.

amtswegig (von Amts wegen)

In bestimmten Fällen wird der Pensionsversicherungsträger von sich aus tätig, ohne dass ein Antrag gestellt werden muss (z.B. Beitragserstattung).

Anfall der Leistung

Eigenpensionen beginnen in der Regel mit dem Stichtag. Hinterbliebenenpensionen beginnen bei fristgerechter Antragstellung mit dem Tag nach dem Todestag der versicherten Person.

Anpassungsfaktor

Jährlich durch Verordnung festgelegter Wert, der das Ausmaß der jährlichen Pensionserhöhung regelt.

Anspruchsvoraussetzungen

Um eine Leistung aus der Pensionsversicherung zu erhalten, müssen bestimmte Kriterien (z.B. bestimmte Anzahl an Versicherungsmonaten, Alter) erfüllt sein.

Antrag

Um eine Leistung aus der Pensionsversicherung zu erhalten, ist grundsätzlich eine schriftliche Willenserklärung (Antrag) erforderlich.

Annuität

Ein Finanzprodukt, das z.B. von einem Lebensversicherungsunternehmen verkauft wird, das die fixe oder variable Zahlung einer Einkommensleistung (monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich) für die Lebensdauer einer Person (Pensions- bzw. Rentenempfänger/in) oder für einen festgelegten Zeitraum garantiert. Sie unterscheidet sich von einer Lebensversicherung, bei der/die Begünstigte nach dem Tod der/des Versicherten ein Einkommen erhält. Eine Annuität kann überlaufende Einzahlungen oder durch Entrichtung eines Einmalbetrages erworben werden. Die Leistungen können sofort oder zu einem vorab festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft oder ab einem bestimmten Alter anfallen. Eine Annuität ist eine Möglichkeit Einzelpersonen, die in ein beitragsorientiertes System einzahlen, ein regelmäßiges Ruhestandseinkommen zu sichern.

Arbeits- und Sozialgerichte

Fachgerichte für Leistungsklagen im Sozialversicherungsbereich.

Arbeitsmarktaustrittsalter

Alter, mit dem der/die Einzelne tatsächlich aus dem Arbeitsmarkt ausscheidet. Aus Gründen der Datenverfügbarkeit wird das Arbeitsmarktaustrittsalter häufig als Näherungswert für das effektive Pensionsantrittsalter- bzw. Rentenantrittsalter verwendet. Zwischen den beiden können Unterschiede bestehen, da manche Menschen aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden, bevor sie in den Ruhestand treten, wohingegen andere auch nach der Pensionierung bzw. Verrentung weiterarbeiten. (Siehe auch Effektives Pensionsantritts- bzw. renteneintrittsalter).

ASVG

Allgemeines Sozialversicherungsgesetz

Das ASVG regelt die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung der in Österreich unselbstständig Erwerbstätigen sowie die Krankenversicherung der Bezieher/innen einer Pension in diesem Bundesgesetz.

Aufwertungsfaktoren

Gesetzlich festgelegter Wert, um eine Anpassung bestimmter sozialversicherungsrechtlicher Beträge (z.B. Beitragsgrundlagen) an die geänderten wirtschaftlichen Verhältnisse sicherzustellen.

Aufwertungszahl nach dem ASVG

Das ist jene Zahl, mit der die Gesamtgutschrift im Pensionskonto jährlich aufgewertet wird.

Ausgedinge

Wird ein land-/forstwirtschaftlicher Betrieb übergeben, verkauft, verpachtet oder auf andere Weise zur Bewirtschaftung überlassen, werden für die Berechnung der Ausgleichszulage nicht die tatsächlich erzielten Einkünfte, sondern ein Pauschalbetrag, das so genannte "fiktive Ausgedinge", angerechnet.

Ausgleichszulage

Diese Leistung wird zur Pension gewährt, um ein Mindesteinkommen zu sichern. Sie gebührt Personen, deren rechtmäßiger gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich ist und deren Pension und das anrechenbare Nettoeinkommen einen bestimmten Richtsatz nicht erreichen.

Ausgleichszulage Plus

Seit 2017 erhalten Sie eine erhöhte Ausgleichszulage, wenn Sie mindestens 30 Beitragsjahre in der Pensionsversicherung erworben haben. Ob Sie Anspruch auf die erhöhte Ausgleichszulage haben, kann Ihnen die Pensionsversicherungsanstalt sagen.

Auslandsaufenthalt

Pensionen aus der Pensionsversicherung ruhen bei Auslandsaufenthalt. Das Ruhen tritt unter bestimmten Voraussetzungen nicht ein.

Ausübungsersatzzeiten

Das sind Ersatzzeiten vor Einführung der Pflichtversicherung.

Auszahlung der Pension

Die Pensionen werden monatlich im Nachhinein ausgezahlt. Zu den Pensionen für April und Oktober gebührt jeweils eine Sonderzahlung.

Nach oben

B

Barwertmodell

Ein Modell, bei dem das Unternehmen den Mitgliedern des Modells einen Pensions- bzw. Rententopf garantiert, zahlbar zum Regelpensions- bzw. rentenalter, mit dem sie eine Annuität erwerben können. (Siehe auch: Regelpensions- bzw. –rentenalter, Annuität).

BSVG

Bauern-Sozialversicherungsgesetz

Das BSVG regelt die Kranken-, Unfall und Pensionsversicherung der in Österreich in der Land- und Forstwirtschaft selbstständig Erwerbstätigen und ihrer mittätigen Angehörigen sowie die Krankenversicherung der Bezieher/innen einer Pension nach diesem Gesetz.

Beitragsdeckungsquote

Das Verhältnis zwischen Pensionseinnahmen und -ausgaben.

Beitragsgrundlage

Die Beitragsgrundlage ergibt sich grundsätzlich aus dem sozialversicherungspflichtigen Einkommen und bildet die Basis für die Pensionsberechnung.

Beitragserstattung

Grundsätzlich ist in der Pensionsversicherung keine Erstattung von Beiträgen möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen können geleistete Beiträge über der Höchstbeitragsgrundlage sowie Beiträge für eingekaufte Schul-/Studien-/Ausbildungszeiten oder Ausübungszeiten rückerstattet werden.

Beitragssatz

Das ist ein bestimmter, vom Gesetzgeber für die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung in unterschiedlichem Ausmaß festgesetzter Prozentsatz zur Ermittlung der individuellen Beitragshöhe.

Beitragszeiten

Beitragszeiten werden in der Pensionsversicherung durch Entrichtung von Beiträgen erworben.

Bemessungsgrundlage

Die Bemessungsgrundlage für Leistungen aus der Pensionsversicherung wird aus den Beitragsmonaten mit den höchsten monatlichen Gesamtbeitragsgrundlagen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (= Bemessungszeitraum) ermittelt.

Seit 01.01.2004 wird dieser Bemessungszeitraum in 12-Monatsschritten bis zum Jahr 2027 auf "480 Beitragsmonate" ausgedehnt. Ab dem Jahr 2028 errechnet sich die Pensionsbemessungsgrundlage aus den "höchsten 480 Beitragsmonaten".

Die Bemessungsgrundlage errechnet sich im Jahr 2018 aus dem Durchschnitt der 360 "besten" monatlichen Gesamtbeitragsgrundlagen (das sind 30 Jahre).

Bemessungsgrundlage (für Personen geboren vor 01.01.1955)

Aus dem beitragspflichtigen Einkommen aller versicherungspflichtigen Erwerbstätigkeiten eines bestimmten Durchrechnungszeitraumes wird ein Durchschnittswert, die Bemessungsgrundlage „zum Stichtag“, errechnet.

Für Zeiten der Kindererziehung gilt eine gesetzlich festgelegte Bemessungsgrundlage. Aus diesen beiden Bemessungsgrundlagen wird ein durchschnittlicher Wert, die sogenannte Gesamtbemessungsgrundlage gebildet.

Die Bemessungsgrundlage errechnet sich im Jahr 2020 aus dem Durchschnitt der 384 „besten“ monatlichen Gesamtbeitragsgrundlagen (das sind 32 Jahre).

Berufliche Rehabilitation

Durch die berufliche Rehabilitation soll eine eingetretene Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit oder eine drohende Arbeitsunfähigkeit vermieden und die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben ermöglicht werden. Als Maßnahmen kommen unter anderem Ein-, Um- oder Nachschulungen bzw. Lehr-oder Schulungsausbildungen in Betracht.

Bewertung von Kindererziehungszeiten

Dabei handelt es sich bei Vorliegen von Kindererziehungszeiten um einen im Gesetz festgelegten Betrag. Bewertung im Jahr 2020 mit monatlich EUR 1.922,59.

Bergmannstreuegeld

Einmalige Leistung in der knappschaftlichen Pensionsversicherung für jedes volle Jahr einer Gewinnungshauertätigkeit.

Berufliche Rehabilitation

Durch die berufliche Rehabilitation soll die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben ermöglicht werden. Als Maßnahmen kommen unter anderem Ein-, Um- oder Nachschulungen bzw. Lehr- oder Schulungsausbildungen in Betracht.

Berufsunfähigkeit

Unter diesem Begriff, der für Angestellte gilt, ist die Minderung der Arbeitsfähigkeit infolge Krankheit um mehr als die Hälfte gegenüber einem/einer gesunden Versicherten mit ähnlicher Ausbildung zu verstehen. Grundlage für die Entscheidung, ob Berufsunfähigkeit vorliegt, bildet eine ärztliche Begutachtung.

Berufsunfähigkeitspension Geburtsjahrgänge bis 1963

Diese Pension gebührt über Antrag, wenn die Wartezeit erfüllt ist, kein Anspruch auf eine berufliche Rehabilitation besteht bzw. eine berufliche Rehabilitation weder zweckmäßig noch zumutbar ist, Berufsunfähigkeit vorliegt und diese voraussichtlich mindestens 6 Monate andauert. Eine Zuerkennung erfolgt im Regelfall nur für einen befristeten Zeitraum (maximal 2 Jahre). Eine Weitergewährung über diesen Zeitraum hinaus ist zu beantragen. Ist keine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten, erfolgt eine unbefristete Zuerkennung.

Berufsunfähigkeitspension Geburtsjahrgänge ab 1964

Diese Pension gebührt über Antrag, wenn die Wartezeit erfüllt ist, eine berufliche Rehabilitation weder zweckmäßig noch zumutbar ist und Berufsunfähigkeit voraussichtlich dauerhaft vorliegt. Liegt Berufsunfähigkeit vorübergehend für mindestens 6 Monate vor, sind Maßnahmen der medizinischen oder beruflichen Rehabilitation vorgesehen, während derer Rehabilitations- oder Umschulungsgeld gebührt.

Bescheid

Der Bescheid ist ein Verwaltungsakt, mit dem über den Anspruch und das Ausmaß von Leistungen entschieden wird.

Besondere Anspruchsvoraussetzungen

Für das Entstehen eines Pensionsanspruches müssen - abhängig von der Pensionsart - neben der Wartezeit bzw. Mindestversicherungszeit noch zusätzliche Kriterien erfüllt sein.

Besondere Höherversicherung

Personen, die neben dem Bezug einer Alterspension erwerbstätig sind, erhalten für die geleisteten Pensionsbeiträge eine Erhöhung der Pension.

Besonderer Steigerungsbetrag

Pensionsbestandteil, der dann gebührt, wenn vor dem Stichtag Beiträge zur Höherversicherung entrichtet wurden. Der besondere Steigerungsbetrag wird zur monatlichen Pension hinzugerechnet.

Bundesbeitrag aus dem Bundesbudget

Der Bund leistet hierfür jedem Pensionsversicherungsträger einen Beitrag in der Höhe des Betrages, um den die Aufwendungen die Erträge übersteigen.

Bundesmittel zur Pensionsversicherung

Bundesbeiträge inklusive Ausgleichszulagen.

Nach oben

C

Keine Einträge

Nach oben

D

Datenergänzungsverfahren - 'DEV'

Dieses Verfahren dient zur Erfassung aller in Österreich erworbenen Versicherungszeiten.

Deckelung des Pensionsverlustes

Ist eine Schutzbestimmung um finanzielle Nachteile auf Grund gesetzlicher Änderung im Pensionsrecht zu begrenzen.

Dienstunfähigkeit

Als dienstunfähig in der knappschaftlichen Pensionsversicherung gilt der/die Versicherte, der/die infolge seines/ihres körperlichen oder geistigen Zustandes weder imstande ist, die von ihm/ihr bisher verrichtete Tätigkeit noch andere im Wesentlichen gleichartige und nicht erheblich geringer entlohnte Tätigkeiten von Personen mit ähnlicher Ausbildung sowie gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten auszuüben.

Durchrechnung

Stellt den Zeitraum dar, der für die Pensionsberechnung herangezogen wird. Dieser wird unter Berücksichtigung von Übergangsbestimmungen bis zum Jahre 2028 schrittweise auf 40 Jahre verlängert.

Nach oben

E

Effektives Pensionsantritts- bzw. Rentenantrittsalter

Alter, in dem eine Person tatsächlich in den Ruhestand tritt. Nicht notwendigerweise identisch mit dem Alter des Ausscheidens aus dem Arbeitsmarkt oder dem Regelpensions-bzw. Rentenalter. (Siehe auch: Arbeitsmarktaustrittsalter und Regelpensions- bzw. –rentenalter).

Einheitswert

Der Einheitswert ist ein vom Finanzamt zur Steuerbemessung bescheidmäßig festgestellter Wert, der die Ertragsfähigkeit der land-/forstwirtschaftlich genutzten Flächen ausdrückt.

Entziehung

Beendigung einer Leistung mit Bescheid, wenn die Anspruchsvoraussetzungen nicht mehr gegeben sind (z.B. wesentliche Besserung des Gesundheitszustandes bei krankheitsbedingten Pensionen).

Ergänzungsbeitrag

Beitrag zur Finanzierung unfallbedingter Leistungen der Krankenversicherung in der Höhe von 0,1 % der Pension (einschließlich Kinderzuschüsse und Ausgleichszulage).

Ergänzungsgutschrift

Nachträgliche Änderungen der für die Berechnung der Kontoerstgutschrift maßgeblichen Beitragsgrundlagen oder Versicherungszeiten werden ab 2017 in Form eines zusätzlichen Betrages der Kontoerstgutschrift hinzugerechnet.

Erhöhung der Alterspension

Sind die Anspruchsvoraussetzungen für die Alterspension erfüllt und wird die Pension erst zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch genommen, erhöht sich die Pension für je 12 Monate der späteren Inanspruchnahme um 4,2% der zum Pensionsstichtag gebührenden Leistung.

Ersatzmonat

Kalendermonat, der ohne Bezahlung von Beiträgen in der Pensionsversicherung berücksichtigt wird (z.B. Kindererziehung, Präsenzdienst).

Ersatzzeit

Versicherungszeit, die ohne Bezahlung von Beiträgen in der Pensionsversicherung berücksichtigt wird (z.B. Zeiten der Kindererziehung, des Präsenzdienstes).

Ersatzzeit Arbeitslosigkeit

Für Zeiten des Arbeitslosengeldbezuges gilt als Basis für den Pensionsbeitrag 70% der Bemessungsgrundlage in der Arbeitslosenversicherung. Für Zeiten des Notstandshilfebezuges gilt 92% davon (92% von 70%). Für den Pensionsbeitrag bei der Notstandshilfe erfolgt keine Anrechnung des Partnereinkommens.

Erwerbsunfähigkeit

Erwerbsunfähigkeit liegt vor, wenn eine selbstständig erwerbstätige Person (Gewerbetreibende/r, Bauer/Bäuerin) nicht mehr in der Lage ist, eine in Betracht kommende Erwerbstätigkeit auszuüben. Für Personen, die das 50. bzw. 58. Lebensjahr beendet haben, gelten Sonderbestimmungen.

EU-Recht im Bereich der sozialen Sicherheit

Österreich hat als Mitglied der Europäischen Union bzw. des Europäischen Wirtschaftsraumes auch im Bereich der sozialen Sicherheit das EU-Recht anzuwenden. Damit erfolgt eine Koordinierung der einzelnen Sozialversicherungssysteme.

Nach oben

F

Familienhospizkarenz

Herabsetzung bzw. Änderung der Lage der Normalarbeitszeit oder Freistellung zur Betreuung sterbender Angehöriger oder schwerst erkrankter Kinder.

Feststellung der Versicherungszeiten und des Pensionsanspruches

Über Antrag stellt der Pensionsversicherungsträger fest, wie viele bzw. welche Versicherungszeiten bisher in der Pensionsversicherung erworben wurden. Weiters können Versicherte überprüfen lassen, ob die Voraussetzungen für die Gewährung einer Pension erfüllt sind bzw. erfüllt werden können.

Feststellungsantrag auf Invalidität / Berufsunfähigkeit

Zur Überprüfung, ob Invalidität oder Berufsunfähigkeit voraussichtlich dauerhaft vorliegt, kann ein Antrag auf Feststellung gestellt werden.

Feststellung der Erwerbsunfähigkeit

Zur Überprüfung, ob Erwerbsunfähigkeit vorliegt, kann ein Antrag auf Feststellung gestellt werden.

Fiktives Ausgedinge

Wird ein land-/forstwirtschaftlicher Betrieb übergeben, verkauft, verpachtet oder auf andere Weise zur Bewirtschaftung überlassen, werden für die Berechnung der Ausgleichszulage nicht die tatsächlich erzielten Einkünfte, sondern ein Pauschalbetrag, das so genannte "fiktive Ausgedinge", angerechnet.

Fortbetriebspension

Leistung in der gewerblichen und bäuerlichen Pensionsversicherung für hinterbliebene Ehepartner/innen bzw. hinterbliebene eingetragene Partner/innen. Führt dieser den Betrieb der verstorbenen Person fort, werden unter bestimmten Voraussetzungen auch Versicherungszeiten der verstorbenen Person für den Eigenpensionsanspruch berücksichtigt.

Fortsetzung des Verfahrens

Weiterführung eines noch nicht abgeschlossenen Verfahrens nach dem Tod einer versicherten Person.

Freiwillige Leistungen

Leistungen aus der Sozialversicherung, auf die es keinen klagbaren Rechtsanspruch gibt. Sie werden von den Sozialversicherungsträgern im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten gewährt.

Freiwillige Versicherung

Personen, die in keiner gesetzlichen Pensionsversicherung pflichtversichert sind, können unter bestimmten Voraussetzungen eine freiwillige Versicherung abschließen.

In der Pensionsversicherung nach dem ASVG sind folgende Arten der freiwilligen Versicherung möglich:

  • Höherversicherung
  • Nachkauf bzw. nachträgliche Selbstversicherung von Schul-, Studien- und Ausbildungszeiten
  • Selbstversicherung
  • Selbstversicherung bei geringfügiger Beschäftigung
  • Selbstversicherung für pflegende Angehörige
  • Selbstversicherung für Zeiten der Pflege eines behinderten Kindes
  • Weiterversicherung
  • Weiterversicherung für pflegende Angehörige
FSVG

Freiberuflichen-Selbständigen Sozialversicherungsgesetz

Das FSVG regelt die Pensionsversicherung von niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten, selbständigen Apothekern, Patentanwälten, Architekten und Ingenieurkonsulenten und die Unfallversicherung der Ärzte und Zahnärzte.

Nach oben

G

Generationenvertrag

Der Generationenvertrag beruht auf den gesetzlich vorgegebenen Beiträgen der Versicherten und auf gesetzlichen Ansprüchen der Pensionisten/innen. Diese Art der Finanzierung ermöglicht die Erfüllung des sogenannten Lebensstandardprinzips in der Pensionsversicherung, dessen Zielsetzung es ist, den Versicherten auch im Ruhestand ein möglichst hohes Einkommen zu garantieren. Neben der Garantie des Lebensstandards gilt es aber u.a. auch, eine gewisse soziale Mindestsicherung zu gewährleisten, was im österreichischen Pensionsversicherungssystem durch die Gewährung von Ausgleichszulagen erfolgt.

Geringfügige Beschäftigung

Erwerbstätigkeit als Dienstnehmer/in bzw. mit freiem Dienstvertrag mit einem Einkommen maximal bis zur Geringfügigkeitsgrenze. Sie begründet keine Pflichtversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung, sondern nur eine Pflichtversicherung in der Unfallversicherung.

Geringfügigkeitsgrenze

Grenzwert des Einkommens bis zu welchem keine Pflichtversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung entsteht. Dieser Wert beträgt 2020 monatlich EUR 460,66.

Gesamtbemessungsgrundlage

Wenn bei einer Pension auch Zeiten einer Kindererziehung zu berücksichtigen sind, so wird für die Berechnung der Pensionshöhe die Bemessungsgrundlage zum Stichtag und die Bemessungsgrundlage für Zeiten der Kindererziehung herangezogen. Liegen keine Zeiten der Kindererziehung vor, so ist die Bemessungsgrundlage zum Stichtag auch die Gesamtbemessungsgrundlage.

Gesamtgutschrift

Die Gesamtgutschrift im Pensionskonto ermittelt sich aus der Summe der Teilgutschriften und gegebenenfalls der Kontoerstgutschrift.

GSVG

Gewerbliches Sozialversicherungsgesetz

Regelt die Kranken- und Pensionsversicherung der in Österreich selbstständig Erwerbstätigen und die Krankenversicherung der Bezieher/innen einer Pension nach diesem Bundesgesetz.

Gewinnungshauertätigkeit

Tätigkeiten in knappschaftlichen Betrieben, die von Personen verrichtet werden, die im Besitze des Hauerscheines laut Anlage 10 ASVG (Liste der Arbeiten) sind; Voraussetzung für den Anspruch auf Bergmannstreuegeld.

Nach oben

H

Hackler - Langzeitversicherung

Sonderform der vorzeitigen Alterspension, die Versicherten - abhängig von Geburtsdatum und Geschlecht - einen früheren Pensionsantritt ermöglicht.

Hackler - Schwerarbeit

Sonderform der vorzeitigen Alterspension für Personen, die unter körperlich und geistig psychisch besonders belastenden Bedingungen erwerbstätig waren.

Härtefallregelung

Regelung für Personen ab dem 50. Lebensjahr, die unter bestimmten Voraussetzungen die Inanspruchnahme einer Invaliditäts- Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitspension ermöglicht.

Hinterbliebenenpensionen

Pensionen, die nach dem Tode einer versicherten Person vorgesehen sind.

Höchstbemessungsgrundlage

Die höchstmögliche Bemessungsgrundlage, die für die Ermittlung der Pension erreicht werden kann.

Höherversicherung

Form der freiwilligen Versicherung, die durch eine zusätzliche Beitragsentrichtung zu einer höheren Pension führt.

Nach oben

I

Invalidität

Unter diesem Begriff, der für Arbeiter gilt, ist die Minderung der Arbeitsfähigkeit infolge Krankheit zu verstehen. Für Facharbeiter und Hilfsarbeiter gelten unterschiedliche Regelungen. Grundlage für die Entscheidung, ob Invalidität vorliegt, bildet eine ärztliche Begutachtung.

Invaliditätspension Geburtsjahrgänge bis 1963

Diese Pension gebührt über Antrag, wenn die Wartezeit erfüllt ist, kein Anspruch auf eine berufliche Rehabilitation besteht bzw. eine berufliche Rehabilitation weder zweckmäßig noch zumutbar ist, Invalidität vorliegt und diese voraussichtlich mindestens 6 Monate andauert. Eine Zuerkennung erfolgt im Regelfall nur für einen befristeten Zeitraum (maximal 2 Jahre). Eine Weitergewährung über diesen Zeitraum hinaus ist zu beantragen. Ist keine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten, erfolgt eine unbefristete Zuerkennung.

Nach oben

J

Keine Einträge

Nach oben

K

Kindererziehungszeiten

Für die Zeit der Erziehung eines Kindes werden bis zu 48 Monate, im Falle einer Mehrlingsgeburt bis zu 60 Monate, nach der Geburt als Versicherungszeit angerechnet.

Kinderzuschuss

Der Kinderzuschuss ist ein monatlicher Fixbetrag. Er gebührt grundsätzlich zu Eigenpension für Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr bzw. bei Schul- oder Berufsausbildung, für die Zeit der Teilnahme an Tätigkeiten nach dem Freiwilligengesetz oder bei Erwerbsunfähigkeit auch darüber hinaus.

Knappschaftsalterspension

Jene Pension, die nach Vollendung des Regelpensionsalters gebührt, wenn die Anspruchsvoraussetzung (Wartezeit - Mindestversicherungszeit) erfüllt ist. Sonderbestimmung: Männer können diese Leistung bereits ab Vollendung des 60. Lebensjahres beanspruchen, wenn die Voraussetzungen für den Knappschaftssold erfüllt sind.

Knappschaftspension

Sonderleistung der knappschaftlichen Pensionsversicherung aus dem Versicherungsfall der geminderten Arbeitsfähigkeit, wenn Dienstunfähigkeit (Verdienstabfall mindestens 20 %) vorliegt und die Wartezeit erfüllt ist.

Knappschaftssold

Sonderleistung der knappschaftlichen Pensionsversicherung, die über Antrag und nach Erfüllung bestimmter Anspruchsvoraussetzungen ab Vollendung des 45. Lebensjahres gewährt wird.

Kontoerstgutschrift

Für Personen, die ab dem 1. Jänner 1955 geboren wurden und Versicherungszeiten vor 2005 erworben haben, wurde ein Einmalbetrag (= Kontoerstgutschrift) zum 1. Jänner 2014 berechnet und in das Pensionskonto übertragen.

Kontomitteilung

Die Kontomitteilung ist eine Information über den Stand des Pensionskontos.

Kontoprozentsatz

Die Summe aller Beitragsgrundlagen und Sonderzahlungen auf dem Pensionskonto werden pro Kalenderjahr mit dem Prozentsatz von 1,78 als Teilgutschrift errechnet.

Korridorpension

Form der Alterspension, die unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach Vollendung des 62. Lebensjahres in Anspruch genommen werden kann. Der „Pensionskorridor“ ermöglicht einen selbstbestimmten Pensionsantritt zwischen dem 62. und dem 68. Lebensjahr.

Krankenversicherung der Pensionsbezieher/innen

Bezieher/innen einer österreichischen Pension, die ihren ständigen Wohnsitz in Österreich haben, sind grundsätzlich kraft Gesetzes krankenversichert. Ein Krankenversicherungsschutz bleibt bei Zutreffen bestimmter Voraussetzungen auch bei einem Aufenthalt im Europäischen Wirtschaftsraum bzw. in einem Abkommenstaat. Der Krankenversicherungsbeitrag für Pensionisten beträgt 5,1%.

Krankengeldbezug

Zeiten des Krankengeldbezuges werden wie bisher durch den Bund bedeckt (Beitragsgrundlage ist 100% der Bemessungsgrundlage).

Kriegsgefangenenentschädigung

Entschädigung, die bei Vorliegen der Voraussetzungen jenen Personen gebührt, die im Zuge des ersten oder zweiten Weltkrieges in Kriegsgefangenschaft waren bzw. angehalten wurden.

Nach oben

L

Langzeitversicherungspension

Die Vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer ist eine ausgelaufene Frühpensionsart und konnte nur noch von bestimmten Jahrgängen in Anspruch genommen werden. Und zwar von Frauen, die vor dem 1. Oktober 1957 geboren wurden und von Männern, die vor dem 1. Oktober 1952 geboren wurden. Bei dieser Pensionsart musste mit Abschlägen gerechnet werden.

Leistungszuschlag

Pensionsbestandteil in der knappschaftlichen Pensionsversicherung für jedes volle Jahr wesentlich bergmännischer oder ihr gleichgestellter Tätigkeit.

Leistungszuständigkeit

Für die Feststellung und Auszahlung der Pension ist jener Versicherungsträger zuständig, bei dem innerhalb der letzten 15 Jahre vor dem Pensionsstichtag die meisten Versicherungsmonate erworben wurden.

Nach oben

M

Medizinische Rehabilitation

Als Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation kommen die Unterbringung und/oder Behandlung in Krankenanstalten, die der Rehabilitation dienen sowie die Versorgung mit Prothesen oder anderen notwendigen Hilfsmittel (z.B. Rollstuhl) in Betracht.

Jeder Antrag auf Berufsunfähigkeits- bzw. Invaliditätspension gilt vorrangig als Antrag auf medizinische Rehabilitation. In diesem Fall besteht ab 01.01.2014 für, ab dem 01.01.1964 geborene Personen, auf diese Maßnahmen der medizinischen Rehabilitation ein individueller Rechtsanspruch. Für die Dauer der Gewährung von Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation besteht Anspruch auf Rehabilitationsgeld.

Mehrfachversicherung

Diese liegt vor, wenn mehrere versicherungspflichtige Erwerbstätigkeiten ausgeübt werden.

Meldepflicht

Der/Die Pensionist/in ist verpflichtet, jede Änderung in den für die Bezugsberechtigung maßgeblichen Verhältnissen dem leistungszuständigen Versicherungsträger fristgerecht zu melden.

Mindestversicherungszeit

Darunter versteht man das Vorliegen einer gewissen Anzahl an Versicherungsmonaten für einen Pensionsanspruch.

Für die ab 1.1.1955 geborene Versicherte nach dem APG ist die Mindestversicherungszeit für den Anspruch auf eine Alterspension erfüllt, wenn mindestens 180 Versicherungsmonate vorliegen, von denen mindestens 84 Versicherungsmonate auf Grund einer Erwerbstätigkeit erworben wurden. Diese Monate müssen grundsätzlich ab dem 1.1.2005 vorliegen.

Nach oben

N

Nachkauf von Schul-/Studien-/Ausbildungszeiten

Damit diese Zeiten für die Erfüllung der Pensionsvoraussetzungen und in der Pensionshöhe berücksichtigt werden können, ist eine Beitragsentrichtung erforderlich (Ausnahme: bei Hinterbliebenenpensionen).

Nachtragsabzug

Wird ab dem Kalenderjahr 2017 nachträglich festgestellt, dass die errechnete Kontoerstgutschrift zum 1. Jänner 2014 zu hoch bemessen wurde, so ist diese entsprechend zu vermindern.

Nach oben

O

Keine Einträge

Nach oben

P

Partnerleistung

Das ist die Aufstockung der Beitragseinnahmen durch Bundesmittel.

Parallelrechnung

Bei der Parallelrechnung werden einander zwei fiktive Pensionsleistungen gegenübergestellt: Die Pension nach Altrecht und nach Neurecht (Rechtslage vor und nach dem 01. Jänner 2005). Der Pensionsanspruch ergibt sich aus dem Verhältnis der in den verschiedenen Systemen erworbenen Zeiten. Die Parallelrechnung gilt für Personen, die am 01. Jänner 2005 unter 50 Jahre alt waren und vor 2005 Versicherungsmonate der gesetzlichen Pensionsversicherung erworben haben. Ab 01. Jänner 2014 wurde die Parallelrechnung durch die Kontoerstgutschrift abgelöst.

Pension für Hinterbliebene eingetragene Partner/innen

Anspruch auf eine Pension für hinterbliebene eingetragene Partner/innen hat die/der Hinterbliebene nach dem Ableben der/des eingetragenen Partnerin/Partners, wenn die Wartezeit/ Mindestversicherungszeit erfüllt ist und die eingetragene Partnerschaft zum Zeitpunkt des Todes aufrecht war. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch nach Auflösung einer eingetragenen Partnerschaft ein Anspruch auf diese Pension entstehen.

Pensionsanpassung

Die Pensionen werden jährlich angepasst, um einerseits die Geldwertveränderung, aber auch die Lohn- und Gehaltserhöhung der Aktiven zu berücksichtigen.

Pensionsarten

Man unterscheidet zwischen Eigenpensionen und Hinterbliebenenpensionen.

Eigenpensionen:

  • Alterspension
  • Korridorpension
  • Schwerarbeitspension (seit 01.01.2007)
  • Vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer - Übergangsbestimmung
  • Krankheitsbedingte Pension
  • Fortbetriebspension (nur für Selbstständige)

Hinterbliebenenpensionen:

  • Witwen-/Witwerpension
  • Pension für hinterbliebene eingetragene Partner/innen
  • Waisenpension
Pensionsbeginn

Eigenpensionen beginnen in der Regel mit dem Stichtag. Hinterbliebenenpensionen fallen mit dem Tag nach dem Todestag des/der Versicherten an, wenn der Antrag binnen sechs Monaten nach dem Todestag gestellt wird. Wird der Antrag erst nach dieser Frist gestellt, fällt die Pension mit dem Tag der Antragstellung an. Für Waisenpensionen gelten zusätzlich Sonderregelungen.

Pensionshöhe

für Geburtsjahrgänge vor 1955:
Die Höhe der Pension ist von der (Gesamt)Bemessungsgrundlage, der Anzahl der erworbenen Versicherungsmonate (Steigerungsbetrag) und dem Alter zum Pensionsbeginn abhängig.
für Geburtsjahrgänge ab 1955:
Die Höhe der Pension hängt von den Beitrags- grundlagen, dem Kontoprozentsatz und dem Alter bei Pensionsbeginn ab. Siehe dazu auch Parallelrechnung!

Eine Witwen-/Witwerpension/Pension für hinterbliebene eingetragene Partner/innen beträgt zwischen 0 und 60 Prozent jener Pension, auf die der/die Verstorbene Anspruch gehabt hat oder hätte.
Eine Waisenpension wird immer von einer 60-prozentigen Witwen-/Witwerpension abgeleitet und beträgt von dieser für jedes einfach verwaiste Kind 40 Prozent und jedes doppelt verwaiste Kind 60 Prozent.

Pensionskonto

Auf dem Pensionskonto werden die Beitragsgrundlagen für alle Versicherungszeiten erfasst, die der/die Kontoinhaber/in in seinem/ihrem Erwerbsleben erwirbt.
Die auf dem Pensionskonto für ein Kalenderjahr festgesetzten Beitragsgrundlagen werden zusammengezählt. 1,78 Prozent (gesetzlich festgelegter Kontoprozentsatz) dieser Beitragsgrundlagensumme werden dem Pensionskonto gutgeschrieben (=Teilgutschrift).
Die Summe der Teilgutschriften früherer Kalenderjahre wird aufgewertet und mit der Teilgutschrift des jeweils letzten Kalenderjahres zusammengezählt. Das Ergebnis ist die Gesamtgutschrift.
Die Gesamtgutschrift ist die jährliche Bruttopension inklusive Sonderzahlungen, abzüglich etwaiger Abschläge für einen Pensionsantritt vor dem Regelpensionsalter. Die Gesamtgutschrift, geteilt durch 14, ergibt die monatliche Bruttoleistung zum Regelpensionsalter.

Pensionskorridor

Der Zeitraum zwischen dem 62. und 68. Lebensjahr, während dem man mit Abschlägen (bis zum 65. Lebensjahr) oder Zuschlägen (ab 65. Lebensjahr) eine Pension in Anspruch nehmen kann, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Pensionslücke

Die tatsächliche Differenz zwischen dem Erwerbseinkommen und staatlicher Pensionsleistung. Die Pensionslücke ist von unterschiedlichen Faktoren wie z.B. Versicherungszeiten und Pensionsantrittsalter abhängig.

Pensionssplitting = Übertragung von Kindererziehungszeiten

Eltern können für die Jahre der Kindererziehung ab 2005 ein "freiwilliges Pensionssplitting" vereinbaren: Der Elternteil, der die Kinder nicht überwiegend erzieht und erwerbstätig ist, kann für die ersten sieben Jahre nach der Geburt bis zu 50 Prozent seiner Teilgutschrift auf das Pensionskonto des Elternteils, der sich der Kindererziehung widmet, übertragen lassen. Die Jahreshöchstbeitragsgrundlage darf dabei nicht überschritten werden.

Teilgutschriften, die nicht auf eine Erwerbstätigkeit zurückgehen (z.B. für Arbeitslosengeld) können nicht übertragen werden.

Die Übertragung muss bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres des jüngsten Kindes schriftlich beim Pensionsversicherungsträger beantragt werden und ist nicht widerrufbar. Es sind Übertragungen für maximal 14 Kalenderjahre möglich.

Pensionsversicherungsträger

Träger der gesetzlichen Pensionsversicherung in Österreich sind die:

  • Pensionsversicherungsanstalt
  • Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB)
  • Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA)
  • Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB)
  • Versicherungsanstalt des österreichischen Notariats
Pensionsvorausberechnung

Versicherte pensionsnaher Jahrgänge können beim zuständigen Pensionsversicherungsträger einen Antrag auf Berechnung der zu erwartenden Pensionshöhe stellen.
Unabhängig vom Lebensalter können als Entscheidungshilfe auch Rentabilitätsberechnungen über einen möglichen Nachkauf von Schul-, Studien- und Ausbildungszeiten oder die Rückzahlung eines Ausstattungsbeitrages beantragt werden.

Pensionsvorschuss

Steht der Pensionsanspruch dem Grunde nach fest, kann aber ein Bescheid noch nicht erteilt werden, kann der Pensionsversicherungsträger einen Vorschuss auf die Pension gewähren.

Pflegegeld

Leistung, die pflegebedürftigen Menschen ermöglichen soll, sich die notwendige Betreuung und Hilfe zu verschaffen. Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich nach dem Pflegebedarf; es sind sieben Stufen vorgesehen.

Pflegekarenz und Pflegeteilzeit

Personen, die nahe Angehörige betreuen, können Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit mit dem Arbeitgeber vereinbaren.

Pflegekarenzgeld

Für die vereinbarte Dauer der Pflegekarenz gebührt Pflegekarenzgeld bzw. für die Dauer der Pflegeteilzeit aliquotes Pflegekarenzgeld. Diese Leistungen werden vom Sozialministeriumservice gewährt.

Pflichtleistungen

Leistungen der Sozialversicherung, auf die Versicherte/Pensionisten/Pensionistinnen bei Erfüllung der Voraussetzungen einen klagbaren Rechtsanspruch haben.

Pflichtversicherung

Darunter versteht man den Eintritt des Sozialversicherungsschutzes kraft Gesetzes und unabhängig vom Willen des Einzelnen, sobald die im Gesetz festgelegten Tatbestände vorliegen.

Privates Vorsorgemodell

Der Zugang ist nicht an ein Beschäftigungsverhältnis gebunden. Derartige Systeme werden direkt von einem Pensionsfonds oder einem Finanzinstitut eingerichtet und verwaltet, der bzw. das ohne Arbeitgeberbeteiligung als Vorsorgeträger agiert. Die grundlegenden Elemente der Vereinbarung werden von der Einzelperson unabhängig ausgewählt und erworben. Trotzdem kann der/die Arbeitgeber/in Beiträge zu privaten Vorsorgesystemen leisten. Bei einigen Systemen ist die Mitgliedschaft eingeschränkt.

Nach oben

Q

Quartalsanrechnung

Besonderheit der gewerblichen und der bäuerlichen Pensionsversicherung. Berücksichtigung von bis zu 5 Beitragsmonaten unmittelbar vor dem Stichtag für die Pension, auch wenn dafür die Beiträge erst nach dem Stichtag bezahlt werden.

Nach oben

R

Rechtsmittel

Gesetzlich vorgesehene Möglichkeit, Entscheidungen von Gerichten oder Behörden bei übergeordneten Stellen anzufechten.

Regelpensions- bzw. -rentenalter

Das Alter, mit dem das Mitglied eines Vorsorgesystems die Anspruchsberechtigung auf eine volle Pensions- bzw. Rentenleistung erreicht.

Darunter versteht man in Österreich bei Frauen das vollendete 60., bei Männern das vollendete 65. Lebensjahr. Für Frauen wird das Regelpensionsalter ab 01.01.2024 schrittweise bis zum Jahr 2033 dem Regelpensionsalter der Männer angepasst. Im Jahr 2033 ist für Frauen und Männer das Pensionsantrittsalter 65 Jahre.

Frauen geboren Regelpensionsalter
bis 01.12.1963 60 Jahre
von 02.12.1963 bis 01.06.1964 60,5 Jahre
von 02.06.1964 bis 01.12.1964 61 Jahre
von 02.12.1964 bis 01.06.1965 61,5 Jahre
von 02.06.1965 bis 01.12.1965 62 Jahre
von 02.12.1965 bis 01.06.1966 62,5 Jahre
von 02.06.1966 bis 01.12.1966 63 Jahre
von 02.12.1966 bis 01.06.1967 63,5 Jahre
von 02.06.1967 bis 01.12.1967 64 Jahre
von 02.12.1967 bis 01.06.1968 64,5 Jahre
ab 02.06.1968 65 Jahre
Rehabilitation

Die Rehabilitation umfasst medizinische, berufliche und soziale Maßnahmen und ist eine Pflichtaufgabe der Pensionsversicherung auf die kein Rechtsanspruch besteht. Versicherten bzw. Beziehern/Bezieherinnen einer krankheitsbedingten Pension können Maßnahmen der Rehabilitation gewährt werden, wenn geminderte Arbeitsfähigkeit bzw. Erwerbsunfähigkeit bereits vorliegt oder in absehbarer Zeit zu erwarten ist. Zusätzlich müssen bestimmte versicherungsrechtliche Erfordernisse gegeben sein. Ein Antrag auf krankheitsbedingte Pension gilt zugleich als Antrag auf Gewährung von Maßnahmen der Rehabilitation.

Rehabilitationsgeld

Das Rehabilitationsgeld ist eine Geldleistung aus der Krankenversicherung und gebührt für ab dem 01. Jänner 1964 geborene Personen bei Anspruch auf medizinische Maßnahmen der Rehabilitation und Vorliegen von vorübergehender Invalidität/Berufsunfähigkeit von mindestens sechs Monaten. Die Auszahlung erfolgt vom zuständigen Krankenversicherungsträger.

Richtsatz

Der Richtsatz ist ein gesetzlich festgelegter Wert, der den Pensionisten/Pensionistinnen ein Mindesteinkommen garantiert. Die Höhe des Richtsatzes ist von der Pensionsart und vom Personenstand abhängig.
Siehe dazu auch Ausgleichszulage!

Risikofaktor

Für Personen, die vor dem 01.01.1955 geboren sind, erhöhen sich ab Vollendung des 40. Lebensjahres die Beiträge für den Nachkauf von Schul-/Studien-/Ausbildungszeiten.

Ruhen der Pension

Gewisse Tatbestände können dazu führen, dass eine Pension teilweise oder zur Gänze nicht ausgezahlt wird. Diese sind: Anspruch auf Krankengeld, Auslandsaufenthalt, Verbüßung einer Freiheitsstrafe.

Nach oben

S

Schul-/Studien-/Ausbildungszeiten

Zeiten des Besuches einer inländischen mittleren/höheren Schule nach dem 15. Lebensjahr, eines Studiums an einer Akademie/Hochschule und Zeiten einer nach dem Hochschulstudium vorgeschriebenen Berufsausbildung oder einer Ausbildung am Lehrinstitut für Dentisten/Dentistinnen werden unter bestimmten Voraussetzungen als Versicherungszeiten in der Pensionsversicherung berücksichtigt. Siehe auch Nachkauf von Schul /Studien /Ausbildungszeiten!

Schwerarbeit

Als Schwerarbeit gelten Tätigkeiten, die unter körperlich oder psychisch besonders belastenden Bedingungen erbracht werden. Welche Tätigkeiten unter den Begriff „Schwerarbeit“ fallen, ist durch Verordnung durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz festgelegt. Wer eine bestimmte Anzahl an Schwerarbeitsmonaten erworben hat, kann vor dem Regelpensionsalter in Pension gehen.

Das Regelpensionsalter für Männer ist das 65. Lebensjahr.
Für Frauen ist die Schwerarbeitspension erst ab der Anhebung des Regelpensionsalters im Jahr 2024 relevant.

Schwerarbeitspension

Diese Pensionsart gilt für versicherte Personen, die lange Zeit unter psychisch und physisch besonders belastenden Bedingungen Schwerarbeit geleistet haben. Die Schwerarbeitspension kann frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres in Anspruch genommen werden, wenn mindestens 540 Versicherungsmonate (45 Jahre) erworben wurden, wobei innerhalb der letzten 240 Kalendermonate (20 Jahre) vor dem Stichtag mindestens 120 Schwerarbeitsmonate (10 Jahre) vorliegen müssen.

Selbstversicherung

Personen, die das 15. Lebensjahr vollendet haben und in keiner gesetzlichen Pensionsversicherung pflichtversichert sind, können sich - ohne Vorversicherungszeiten in der Pensionsversicherung erworben zu haben - freiwillig selbst versichern, solange ihr Wohnsitz in Österreich ist. Sie hat den Zweck, die Voraussetzungen für eine anschließende Weiterversicherung zu schaffen.

Selbstversicherung bei geringfügiger Beschäftigung

Geringfügig beschäftigten Personen mit Wohnsitz in Österreich wird damit die Möglichkeit geboten, eine freiwillige Versicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung einzugehen. Der Antrag ist beim zuständigen Krankenversicherungsträger zu stellen. Die Zuständigkeit richtet sich nach dem jeweiligen Wohnsitz.

Selbstversicherung für die Pflege eines behinderten Kindes

Personen, deren Arbeitskraft durch die Pflege eines behinderten Kindes zur Gänze beansprucht wird, können sich bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres des Kindes kostenlos selbst versichern und so Versicherungszeiten in der Pensionsversicherung erwerben.

Selbstversicherung für die Pflege eines nahen Angehörigen

Personen, deren Arbeitskraft durch die Pflege eines/einer nahen Angehörigen mit mindestens der Pflegegeldstufe 3 erheblich beansprucht wird, können sich in der Pensionsversicherung selbst versichern. Eine bestehende Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung ist kein Ausschließungsgrund.

Sonderruhegeld

Leistung nach dem Nachtschwerarbeitsgesetz (NSchG). Es gebührt Frauen ab Vollendung des 52. und Männern ab Vollendung des 57. Lebensjahres, wenn innerhalb der letzten 360 Kalendermonate vor dem Stichtag mindestens während 180 Monaten Nachtschwerarbeit geleistet wurde oder wenn am Stichtag insgesamt mindestens 240 NSchG-Monate vorliegen. Am Stichtag darf auch keine Erwerbstätigkeit mit einem Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze ausgeübt werden. Das Sonderruhegeld gebührt in der Höhe der Invaliditätspension (Berufsunfähigkeitspension, Knappschaftsvollpension).

Sozialgerichte

Diese sind Fachgerichte für Leistungsklagen im Sozialversicherungsbereich. Die Entscheidung erfolgt durch Berufsrichter und Laienrichter aus der Interessenvertretung.

Steigerungsbetrag

Der Steigerungsbetrag ist ein Prozentsatz der (Gesamt) Bemessungsgrundlage. Dieser ist von der Anzahl der für die Leistungsbemessung zählenden Versicherungsmonate abhängig. Grundsätzlich ist der so errechnete Steigerungsbetrag die Höhe der Pensionsleistung, wenn die Pension zum Regelpensionsalter in Anspruch genommen wird.
Bei Inanspruchnahme:

  • vor Erreichung des Regelpensionsalters sind Abschläge
  • nach Erreichung des Regelpensionsalters ist eine Erhöhung der Leistung vorgesehen.
Stichtag

Zu diesem Tag wird festgestellt, ob der Versicherungsfall eingetreten ist und die Pensionsvoraussetzungen erfüllt sind, wie hoch die Leistung ist und welcher Pensionsversicherungsträger sie auszahlt.
Er ist immer ein Monatserster und wird bei Eigenpensionen durch die Antragstellung, bei Hinterbliebenenpensionen durch den Todestag des/der Versicherten ausgelöst.

Nach oben

T

Teilgutschrift - Pensionskonto

Die für ein Kalenderjahr erworbenen Beitragsgrundlagen werden zusammengezählt. Dabei darf die Jahreshöchstbeitragsgrundlage nicht überschritten werden. 1,78 Prozent (gesetzlich festgelegter Kontoprozentsatz) dieser Beitragsgrundlagensumme werden dem Pensionskonto gutgeschrieben (= Teilgutschrift).
Siehe dazu auch Pensionskonto!

Teilpension

Ist eine neue Form der Altersteilzeit und bedeutet Arbeitsreduktion von 40 – 60% bei 50% Lohnausgleich durch das Arbeitsmarktservice. Gilt bei Vollendung des 62. Lebensjahres und wenn die Anspruchsvoraussetzungen für die Korridorpension erfüllt sind. Für die entfallende Arbeitszeit bezahlt das Arbeitsmarktservice 50% Lohnausgleich, aber die Sozialversicherungsbeiträge werden weiterhin zu 100% des vorhergehenden Lohns entrichtet. Maximal 5 Jahre möglich. Keine Blockung der Freizeitphase.

Teilversicherungszeit

Pflichtversicherung aufgrund einer Teilversicherung für Zeiten der Arbeitslosigkeit, Kindererziehungszeiten, Präsenz- und Zivildienstzeiten, Bezugszeiten von Krankengeld, Rehabilitationsgeld, Wochengeld, Übergangsgeld, Notstandshilfe, Pflegekarenzgeld, Pflegeteilzeit und Umschulungsgeld.
Über Antrag stellt der zuständige Pensionsversicherungsträger fest, wie viele bzw. welche Versicherungszeiten bisher in der Pensionsversicherung erworben wurden.

Nach oben

U

Übergangsbestimmungen

Bei Neuerungen im Sozialrecht sieht der Gesetzgeber für einen gewissen Zeitraum oftmals zusätzliche Bestimmungen vor, um für unmittelbar Betroffene versicherungsrechtliche Nachteile zu vermeiden.

Übergangsgeld aus der Pensionsversicherung

Leistung, die dem/der Versicherten während der Dauer medizinischer oder beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen aus der Pensionsversicherung gebührt.

Überprüfung der Versicherungszeiten und des Pensionsanspruches

Über Antrag stellt der zuständige Pensionsversicherungsträger fest, wie viele bzw. welche Versicherungszeiten bisher in der Pensionsversicherung erworben wurden. Weiters können Versicherte jederzeit überprüfen lassen, ob die Voraussetzungen für eine vorzeitige Alterspension oder eine Alterspension erfüllt sind bzw. erfüllt werden können.

Umlageverfahren

Die Finanzierung der österreichischen Pensionsversicherung erfolgt durch das Umlageverfahren. Das bedeutet, dass die aktiv im Erwerbsleben stehende Generation durch ihre Beitragsleistung für die Finanzierung der heutigen Pensionen aufkommt.

Umschulungsgeld

Das Umschulungsgeld ist eine Geldleistung aus der Arbeitslosenversicherung und gebührt für ab dem 1. Jänner 1964 geborene Personen bei Anspruch auf berufliche Maßnahmen der Rehabilitation und Vorliegen von vorübergehender Invalidität/Berufsunfähigkeit von mindestens sechs Monaten. Für die Durchführung der Umschulungsmaßnahmen sowie zur Auszahlung des Umschulungsgeldes ist das Arbeitsmarktservice zuständig.

  • Während der Auswahl und Planung ihrer beruflichen Rehabilitation ist das Umschulungsgeld so hoch wie das Arbeitslosengeld.
  • Während der beruflichen Rehabilitation wird der Grundbeitrag des Arbeitslosengeldes um 22% erhöht. Sie erhalten jedoch einen Mindestbeitrag.
Unterstützungsfonds

Die Pensionsversicherungsanstalt hat zur finanziellen Unterstützung von Pensionisten und Versicherten für besonders berücksichtigungswürdige Fälle (unverschuldete Notlage durch ein unvorhersehbares Ereignis) einen Unterstützungsfonds eingerichtet, auf den kein Rechtsanspruch besteht.

Nach oben

V

Verfall von Pensionsansprüchen

Der Anspruch auf bereits fällig gewordene Raten zuerkannter Pensionen verfällt nach Ablauf eines Jahres seit der Fälligkeit. Für den Fall, dass eine Pension längere Zeit nicht in Empfang genommen wird, kann diese daher höchstens für ein Jahr nachgezahlt werden, es sei denn, die Inanspruchnahme war durch ein unabwendbares Hindernis nicht möglich.

Verlustdeckelung

Bei allen Pensionsberechnungen mit einem Stichtag ab 01.01.2004 (=Neupensionen) wird eine Vergleichsberechnung nach der am 31.12.2003 geltenden Rechtslage durchgeführt. Dabei wird die Vergleichspension der Neupension gegenübergestellt. Ist die Neupension im Jahr 2011 um mehr als 6,75 Prozent niedriger als die Vergleichspension, so gebühren jedenfalls 93,25 Prozent der Vergleichspension. Durch Übergangsbestimmungen ändern sich die genannten Prozentsätze seit 2004 (5 Prozent) bis zum Jahr 2024 pro Jahr um 0,25 Prozent. Ab dem Jahr 2024 beträgt der maximale Verlust 10 Prozent.

Versicherungsfall

Unter dem Versicherungsfall ist jenes Ereignis zu verstehen, bei dessen Eintritt eine bestimmte Leistung aus der Pensionsversicherung vorgesehen ist. In der Pensionsversicherung kennt man folgende Versicherungsfälle:

  • den Versicherungsfall der geminderten Arbeitsfähigkeit bzw. Erwerbsfähigkeit
  • die Versicherungsfälle des Alters
  • den Versicherungsfall des Todes
Versicherungsmonat

Die Versicherungszeiten werden in Versicherungsmonate zusammengefasst. In der Pensionsversicherung gilt als Versicherungsmonat jeder Kalendermonat, in dem Versicherungszeiten im Mindestausmaß von 15 Tagen vorhanden sind. In der Pensionsversicherung für Selbständige können nur ganze Versicherungsmonate erworben werden.

Versicherungszeiten

Versicherungszeiten sind die Basis für das Entstehen eines Pensionsanspruches und für die Pensionshöhe.
Versicherungszeiten bis 31.12.2004
Diese Zeiten werden in Beitragszeiten und Ersatzzeiten unterteilt.
Für Beitragszeiten ist die Entrichtung von Beiträgen vorgesehen. Ersatzzeiten werden ohne Beitragsentrichtung als Versicherungszeit berücksichtigt.
Von Personen, die vor 01.01.1955 geboren sind, werden auch über den 31.12.2004 hinaus Beitragszeiten und Ersatzzeiten erworben.

Versicherungszeiten ab 01.01.2005
Für Personen, die ab 01.01.1955 geboren sind, werden seit 01.01.2005 folgende Zeiten erworben:

  • Zeiten einer Pflichtversicherung nach ASVG, GSVG, BSVG und FSVG aufgrund einer Erwerbstätigkeit
  • Zeiten einer Pflichtversicherung für die Bund, das Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport, das Arbeitsmarktservice oder ein öffentlicher Fonds Beiträge zu zahlen hat
  • Zeiten einer freiwilligen Versicherung nach ASVG, GSVG, BSVG und FSVG
Versicherungszeiten im Ausland – Anrechnung

Da die Aspekte der zwischenstaatlichen Pensionsversicherung komplex sind und von einer Vielzahl von Detailregelungen des nationalen und zwischenstaatlichen Rechts abhängen, empfiehlt sich immer eine Kontakt-aufnahme mit dem zuständigen österreichischen Versicherungsträger.

Versteuerung von Pensionen

Nach den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes ist vom Pensionsversicherungsträger eine allfällige Lohnsteuer von der Pension abzuziehen und an das Finanzamt zu überweisen.

Von Amts wegen (amtswegig)

Grundsätzlich gilt in der Pensionsversicherung das Antragsprinzip, d.h. Leistungen werden erst nach Vorliegen eines Antrages gewährt. In bestimmten Fällen wird der Pensionsversicherungsträger jedoch "von Amts wegen" (von sich aus) tätig, ohne dass ein Antrag gestellt werden muss (z.B. begünstigte Anrechnung von Versicherungszeiten, Beitragserstattung).

Vorläufige Bescheinigung

Wird ein Pensionsantrag gestellt und ist die Zuerkennung der Pension wahrscheinlich, so stellt der Pensionsversicherungsträger dem Antragsteller eine Bescheinigung für die vorläufige Krankenversicherung der Pensionisten/Pensionistinnen aus.

Vorschuss auf die Pension durch das Arbeitsmarktservice

Steht der Pensionsanspruch dem Grunde nach fest, kann aber ein Bescheid noch nicht erteilt werden, gewährt der Pensionsversicherungsträger einen Vorschuss auf die Pension.

Nach oben

W

Waisenpension

Anspruch besteht für jedes Kind des/der Versicherten nach seinem/ihrem Tod, wenn die Wartezeit/Mindestversicherungszeit erfüllt ist. Die Pension wird bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres des Kindes gewährt, bei Schul- oder Berufsausbildung oder bei Erwerbsunfähigkeit der Waise über Antrag unter bestimmten Voraussetzungen auch darüber hinaus.

Wanderversicherung

Hat der/die Versicherte Versicherungsmonate in der Pensionsversicherung nach mehreren Gesetzen erworben, berücksichtigt der leistungszuständige Pensionsversicherungsträger bei der Pensionsberechnung sämtliche Versicherungszeiten.

Wartezeit

Die Wartezeit bezeichnet die Summe der Versicherungszeiten in Versicherungsmonaten, welche als Mindestversicherungszeiten für einen Pensionsanspruch nötig sind.

Wegfall

Die vorzeitige Alterspension, die Korridorpension und die Schwerarbeitspension fallen weg, wenn eine pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit oder eine sonstige Erwerbstätigkeit mit einem Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze ausgeübt wird. Der Wegfall erfolgt mit dem Tag der Aufnahme der Tätigkeit.

Weiterversicherung

Personen, die aus der Pflichtversicherung oder Selbstversicherung ausgeschieden sind, können sich unter bestimmten Voraussetzungen in der Pensionsversicherung über Antrag freiwillig weiterversichern. Für Personen, die aus der Pflichtversicherung ausgeschieden sind, um einen Angehörigen oder eine nahe Angehörige zu pflegen, fallen keine Beiträge an, sobald die zu betreuende Person Anspruch auf Pflegegeld der Stufe 3 bis 7 hat.

Widerspruch

Treffen die Voraussetzungen, die zum Wegfall einer vorzeitigen Alterspension, einer Korridorpension und einer Schwerarbeitspension geführt haben, nicht mehr zu, so lebt die Pension über Antrag mit dem auf das Ende des Wegfallgrundes folgenden Tag wieder auf.

Wiederaufleben der Pension für hinterbliebene eingetragene Partner/innen

Wurde eine Pension für hinterbliebene eingetragene Partner/innen abgefertigt (siehe Abfertigung der Pension für hinterbliebene eingetragene Partner/innen) und wird die neue eingetragene Partnerschaft durch den Tod eines eingetragenen Partners/der eingetragenen Partnerin, durch Auflösung oder durch Aufheben gelöst, so lebt die Pension für hinterbliebene eingetragene Partner/innen unter bestimmten Voraussetzungen - frühestens jedoch nach Ablauf von zweieinhalb Jahren nach erfolgter Abfertigung - wieder auf.

Wiederaufleben der Witwen-/Witwerpension

Wurde eine Witwen-/Witwerpension abgefertigt (siehe Abfertigung der Witwen-/Witwerpension) und wird die neue Ehe durch den Tod des Ehegatten/ der Ehegattin, durch Scheidung oder durch Aufheben gelöst, so lebt die Witwen-/Witwerpension unter bestimmten Voraussetzungen - frühestens jedoch nach Ablauf von zweieinhalb Jahren nach erfolgter Abfertigung - wieder auf.

Witwen-/Witwerfortbetriebspension

Diese Leistung ist in der gewerblichen und bäuerlichen Pensionsversicherung für hinterbliebene Ehepartner/innen vorgesehen. Führt dieser den Betrieb des/der Verstorbenen mindestens drei Jahre (in der bäuerlichen Pensionsversicherung genügt ein Tag) fort, werden die vom/von der Verstorbenen während der aufrechten Ehe erworbenen Versicherungszeiten bei einer Alters- oder Erwerbsunfähigkeitspension der Witwe/des Witwers berücksichtigt.
Eine Witwen-/Witwerpension kann dann aber nicht mehr ausbezahlt werden, da die Versicherungszeiten des Verstorbenen bereits abgegolten wurden.

Witwen-/Witwerpension

Anspruch auf Witwen-/Witwerpension hat die Witwe/ der Witwer nach dem Ableben des versicherten Ehepartners/ der versicherten Ehepartnerin, wenn die Wartezeit/ Mindestversicherungszeit erfüllt ist und die Ehe zum Zeitpunkt des Todes des/der Versicherten aufrecht war.

Nach oben

X

Keine Einträge

Nach oben

Y

Keine Einträge

Nach oben

Z

Zurechnungsmonate

Für Bezieher einer krankheitsbedingten Pension ist eine zusätzliche Anrechnung von (fiktiven) Versicherungsmonaten vorgesehen, da gerade diese Personengruppe unter Umständen nicht die Möglichkeit hatte, Versicherungsmonate in ausreichendem Maß für eine entsprechende Pensionshöhe zu erwerben.

Zuständigkeit

Für die Leistungsgewährung ist jener Versicherungsträger zuständig, bei dem innerhalb der letzten 15 Jahre vor dem Pensionsstichtag die meisten Versicherungszeiten erworben wurden.
Die Leistungen der Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge erbringt jener Pensionsversicherungsträger, bei dem der/die Versicherte zuletzt versichert war.
Rehabilitationsmaßnahmen aufgrund eines Antrages auf krankheitsbedingte Pension erbringt jener Pensionsversicherungsträger, der auch den Pensionsantrag prüft.

Zwischenstaatliche Verfahren

Hat ein Versicherter nicht nur Versicherungszeiten in Österreich erworben, sondern auch in Staaten, mit denen Österreich ein zwischenstaatliches Abkommen abgeschlossen hat, sind im Leistungsfalle für die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen und für die Höhe der Pension auch die Vorschriften der jeweiligen Abkommen zu berücksichtigen.

Zusatzvorsorgemodell

Verpflichtendes oder freiwilliges Pensions- bzw. Rentenvorsorgemodell, das im Allgemeinen ein Ruhestandseinkommen zusätzlich zum gesetzlichen Vorsorgesystem bietet.

Nach oben

Stand: Juni 2020